Unternehmen Herzblut // Ein Blick hinter die Kulissen von meko

Unternehmen Herzblut // Ein Blick hinter die Kulissen von meko

Die Reihe „Unternehmen Herzblut“ geht in die nächste Runde: meko ist eins der erfolgreichsten Labels, die bei DaWanda aktiv sind. Die Gründerin Melanie erzählt, wie aus ihrem Eine-Frau-Unternehmen eine kleine Firma mit Angestellten wurde und wie sie vom 200-Seelen-Dorf aus die ganze Welt beliefert.

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Liebe Melanie, dein Label gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten bei DaWanda – für alle, die es trotzdem noch nicht kennen sollten – stelle dich und meko doch bitte kurz vor.

Ich bin Melanie Köhler, 31, Gründerin des Modelabels meko. meko steht seit 2007 für farbenfrohe, verspielt-romantische Streetwear und Accessoires. In unserem „meko® Store“ findet Frau alles was das Herz begehrt – vom gemütlichen Hoodie, über Pullover mit riesigem Kapuzenkragen, schicken Jerseykleidern bis hin zur Leggings und dem passenden Haarband. Wer beim Anblick von niedlichen Dingen allergisch reagiert, der ist bei meko falsch, denn der Herzigkeitsfaktor ist mit all den Schleifchen, Pünktchen, Bommeln und Knöpfen sehr hoch angesetzt.

Wie kamst du auf die Idee, mit meko dein eigenes „Handmade“-Label zu gründen? Gab es dafür einen richtigen Startschuss oder waren die Übergänge eher fließend?

Als ich mich nach dem Abitur für den Studiengang Modedesign entschied, kümmerte es mich ehrlich gesagt noch wenig, was die späteren Aufgabenbereiche eines Modedesigners umfassen würden. Ich fand die Idee einfach spannend, eigene Bekleidung kreieren und herstellen zu können. Im Laufe des Studiums und durch die Praktika erkannte ich dann jedoch recht schnell, dass ich auf keinen Fall in der Industrie arbeiten, sondern unbedingt etwas Eigenes auf die Beine stellen wollte. In Bezug auf meinen Beruf bin ich ein sehr spontan agierender und mit Kreativität bis in die Haarspitzen gefüllter Mensch. Als Selbstständige habe ich die Möglichkeit diese Eigenschaften vollends auszuleben, was als Angestellter der Industrie, selbst in leitender Position, nicht in dieser Form möglich gewesen wäre. So wurde im Jahr 2007 das Wunschkind mit Namen „meko“ geboren.

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Wie hast du deine Gründung vorbereitet? Hast du dich beraten lassen?

Während meines Praxissemesters hatte ich Berlin für mich entdecken können. Die Menschen, das Leben, die kulturelle Vielfalt und nicht zuletzt die Rolle, welche die Mode in dieser Stadt einnimmt, haben mich, als jemanden der aus einem 200-Seelen Dorf stammt, so fasziniert, dass ich meine Diplomarbeit „Stadtkinder – eine Streetwear Kollektion“ nannte und noch während meiner Studienzeit in die Metropole umsiedelte. Nicht zuletzt mit der Hoffnung Teil dieser Fashionwelt zu werden und mein Label ausgehend von Berlin zu etablieren. Doch diese bunte Blase platzte schnell und ich erkannte, dass ich der Mentalität der Großstädter und diesem Kampf um ein Stück des „Erfolgskuchens“ nicht gewachsen war.

Ende 2006 packte ich meine Koffer und zog zurück in meinen Heimatort, um mit finanzieller Unterstützung meiner Mutter ein kleines Atelier in meinem Elternhaus, einem ehemaligen Rittergut, auszubauen. Gebrauchte Nähmaschinen besaß ich bereits seit meinem Studium. Zutaten und einige Materialien hatte ich mir peu à peu in Berlin gekauft. Ich besuchte einen Existenzgründerkurs der IHK und meldete meine Selbstständigkeit Anfang 2007 an. Ich hielt mich von da an mittels Kundenaufträgen über Wasser und bot meine Unikate in einem kleinen Showroom in meinem Atelier an. Zeitweise nahm die Kundschaft sogar die lange Anreise aus Leipzig in Kauf, um im thüringischen Gütterlitz in bunt behangenen Kleiderständern zu wühlen.

Durch einen Freund wurde ich im Mai auf DaWanda aufmerksam und zögerte nicht lange den „meko® Store“ zu eröffnen. Das Konzept dieser Plattform überzeugte und mir bot sich so die Möglichkeit, meine Artikel ohne große Vorfinanzierung oder aufwendige Marketingmaßnahmen, einem deutlich breiteren Publikum anzubieten. Ich hatte von E-Commerce absolut keine Ahnung, erarbeitete mir die Grundlagen jedoch recht schnell autark. Man wächst mit seinen Aufgaben und ich liebe Herausforderungen!

Wir staunen täglich über die 32 200 verkauften Artikel, die irgendwo in der Welt herumschwirren.

Hat sich dein Label seit der Gründung verändert? 

Vieles hat sich verändert: Vom anfänglichen Eine-Frau-Unternehmen ist meko im Laufe der letzten fünf Jahre zu einem Neun-Frauen-Team herangewachsen. Habe ich früher noch bei bestellten sechs Metern Stoff gebangt, wie ich diese jemals verarbeiten soll, so bestellen wir heute teilweise mehrere 100 Meter, die im Nu verarbeitet sind. Seit 2009 ist meko eine eingetragene Marke. Wir haben inzwischen mehr als 1300 Artikel online, erreichen über 10300 Follower bei Facebook, haben über 21500 Abonnenten des „meko ® Stores“ und sind täglich über die 32200 verkauften Artikel erstaunt, die irgendwo in der Welt herumschwirren. Während unsere Models in den Anfangstagen von meko noch vor weißen Wänden standen und vom Blitz unserer Kamera geblendet wurden, posieren sie heute in einem kleinen Fotoatelier, umgeben von einer Profi-Blitzanlage.

Worauf ich jedoch sehr stolz bin, ist die Tatsache, dass die Art wie ein meko-Artikel entsteht, auch nach nunmehr fast sechs Jahren noch immer gleich ist. Alle Artikel werden erst nach Bestelleingang frisch und mit viel Liebe in unserer Manufaktur gefertigt. Die Modebranche ist sehr schnelllebig, aber ich habe immer den Eindruck sie in unseren vier Wänden entschleunigen und persönlicher, ja fast schon intim-familiär machen zu können. Als Exot in einer Umgebung von Schafen, Wäldern, Gehöften, mit gerade einmal 200 Nachbarn und einer Dorfkirche, hoffe ich immer einen Teil dieser ländlichen Idylle in unsere Arbeit transportieren zu können. Inzwischen finden die Lieblingsstücke Anklang in ganz Deutschland, in der EU und sogar weltweit. Selbst in China läuft jemand mit einem meko-Artikel herum – Wahnsinn! Wir kleideten Jungschauspieler für eine Kinotournee und aufstrebende Gesangstalente für ihren ersten Videodreh ein.

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Du hast gesagt, du fertigst deine Kleidungsstücke zusammen mit deinem Team an – wann hast du gemerkt, dass es alleine nicht mehr zu schaffen ist? Wie ist deine kleine Firma dann gewachsen?

Bereits kurz nach dem Launch des „meko® Stores“ wechselte einer meiner Hoodies für 82,- Euro den Besitzer. Mein Shop entwickelte sich gut, fand dank der damals noch spärlichen Konkurrenz auf DaWanda schnell Fans und meine Artikel Absatz. Nach einem Jahr, in dem ich gefühlt rund um die Uhr gearbeitet und leider an die Grenzen meines Körpers gestoßen war, entschied ich mich dafür, Unterstützung zu suchen. In meiner Natur liegt es nicht zu pokern. Ich wollte mir immer nur Dinge gönnen, die ich mir finanziell auch leisten konnte. Und so war es auch bei meko: Hatte ich etwas verkauft, kaufte ich dafür eine neue Maschine oder was sonst von Nöten war. War die Auftragslage über einen längeren Zeitraum gut, wuchs unser Team – stieg die Nachfrage, erweiterten wir unser Sortiment. Und so wachsen wir seit 2007 kontinuierlich Dank der Gewinne, die wir erwirtschaften und nicht mittels Investitionen von außen.

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Wie ist die Arbeitsverteilung bei euch? Wer macht was? Welche Arbeitsschritte fallen bei meko an?

Ich sehe die Verteilung der Arbeit immer wie den Aufbau eines Menschen – da gibt es unsere Zuschneide-, Näh- und Verpackungsdamen, welche die fleißigen Hände sind. Dann gibt es meine Mutter, die sich um die Buchhaltung und Organisation kümmert und somit für mich die Standfestigkeit, also die Beine darstellt. Und da gibt es mich, die nach wie vor das größte Spektrum an Aufgaben zu erfüllen hat und somit das Herz, der Körper und das Gesicht von meko ist. Meine Bereiche sind das Design, die Schnitterstellung, die Gradierung und die Fertigung der Musterkollektionen. Ich bin Make-up Artistin, Stylistin, Fotografin und Grafikdesignerin bei den Shootings und der darauf folgenden Bildbearbeitung unserer Artikelfotos. Ich habe das Privileg unseren Kreationen Namen zu geben und die Bürde diese in den Shop einzupflegen. Ich kümmere mich um die Kundenkommunikation, die Shop-Betreuung, Public Relations-Arbeiten, das Qualitätsmanagement, Marketing und vieles mehr.

Ich wollte mir immer nur Dinge gönnen, die ich mir finanziell auch leisten konnte.

Hattest du auch manchmal Zweifel, dass das nicht klappen könnte?

Ein Wort: niemals. Natürlich bin ich mir bewusst, dass nichts für immer ist und alles irgendwann einmal endet. Bis dieser Punkt erreicht ist, werde ich täglich einfach weiter mein Bestes geben und positiv in die Zukunft blicken. Ich habe immer nur Projekte in Angriff genommen, von denen ich absolut überzeugt war und diese Rechnung ist bislang stets aufgegangen.

Wie hältst du die Balance zwischen Arbeit und Freizeit? Genau, die sogenannte“Work-Life-Balance“?

Da meine Arbeit auch mein Leben und die Verwirklichung eines Hobbys, einer Leidenschaft ist, gibt es da nicht ganz so viel „auszubalancieren“. Die Grenze zwischen meiner Frei- und meiner Arbeitszeit ist stets fließend und ich bin sehr froh darüber, diese Grenze selbstständig bestimmen zu können. Blieb an einem arbeitsreichen Tag nicht genügend Freiraum für Kreativität, fange ich zuhause angekommen umgehend an, meine Wohnung neu zu dekorieren. Ich muss immer etwas tun. Meine Hände brauchen stete kreative Beschäftigung. Resultat ist, dass es in meinem „Castle“ gefühlt keine Stelle mehr ohne Schleife gibt.

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Wie wichtig sind Vorstellungen in Magazinen und Blogs für meko?

Grundsätzlich bin ich recht medienscheu. Ich rede ungern über mich nach dem Motto: „Schau mal, was ich für tolle Sachen mache“. Jeder Marketingexperte wird jetzt sicher seine Hände über dem Kopf zusammenschlagen. So ist es nun einmal: Ich bin meko und meko bin ich. Mein Ziel ist es ein bisschen mehr Niedlichkeit in die Kleiderschränke dieser Welt zu bringen, sowohl die Trägerin als auch den Betrachter zu verzücken, jedoch nicht in ferner Zukunft einmal unter dem Buchstaben „M“ im Lexikon einen Absatz über meko vorzufinden. Wir versenden keine Anfragen, werden jedoch oft angefragt, entscheiden dann aber sehr selektiv, wo wir Erwähnung finden. Wie kleine Kinder freuen wir uns immer über positive Beiträge, die wir durch Zufall im Netz entdecken.

Ich bin sehr stolz darauf, dass die Art wie ein meko-Artikel entsteht, auch nach nunmehr fast sechs Jahren noch immer gleich ist. Alle Artikel werden erst nach Bestelleingang frisch und mit viel Liebe in unserer Manufaktur gefertigt.

Welche Rolle spielt für meko der Verkauf über die Plattform DaWanda?

Wäre das Leben ein Film, würde ich sagen: eine Hauptrolle! Wir sind seit fast sechs Jahren DaWanda treu, da wir nach wie vor mit der Philosophie und dem Design dieser Plattform konform gehen können, uns im Kreise so vieler kreativer Menschen wohlfühlen, das gesamte DaWanda-Team eine großartige Arbeit leistet und wir Freunde des romantischen Gedankens sind, dass es meko nur an einem einzigen Ort auf diesem großen Planeten Erde zu kaufen gibt.

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Und was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich mag keine Pläne – ich mag Träume. Aber selbst da kann ich in Bezug auf meko mit nichts Spektakulärem aufwarten. Ich schaue einfach, was jeder Tag so mit sich bringt, werde jeden Tag erneut mein Herz an meko verschenken und hoffen, dass unsere Kunden uns ihres dafür zurückgeben.

Herzlichen Dank für die wirklich interessanten Antworten, liebe Melanie! In der Galerie findet ihr nur einige von vielen meko-Kreationen.

Bilder: meko

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